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Traumafussball

Oktober 17th, 2012 · Keine Kommentare

Von Oliver Zajac

Gestern Abend spielte die deutsche Nationalmannschaft. Und spielte ganz hervorragenden Fussball. Nach 60 Spielminuten führten sie 4:0 gegen eine zugegebenermassen nicht besonders beeindruckende schwedische Nationalmannschaft. Die Kommentatoren und Moderatoren waren dennoch ganz aus dem Häuschen ob der wunderschön herausgespielten Tore, mit welcher die Mannschaft ihr Offensiv-Spektakel viermal erfolgreich abschloss.

Und dann passierte das, was gegen eine zugegebenermassen nicht sonderlich beeindruckende Mannschaft immer passieren kann, wenn diese nämlich einen Weltklassespieler in den Reihen hat, der „einer von etwa zehn Spielern auf der Welt (ist), die ein Spiel mit einer einzigen Aktion alleine entscheiden können“: Der Weltklassespieler macht ein Tor, beinahe aus dem Nichts, das soll bei Weltklassespielern öfters vorkommen und ist an und für sich nichts Beunruhigendes, besonders dann nicht, wenn man gegen eine ansonsten fussballerisch limitierte Mannschaft weiterhin 4:1 führt und nur noch 30 Minuten zu spielen ist.

Gestern Abend war es aber plötzlich höchst beunruhigend, da die Schweden sehr schnell das 4:2 nachlegten und dann etwas geschah, was in dieser Dimension in der Geschichte des DFB wohl ohne Beispiel ist, die deutsche Mannschaft erodierte, die Abwehr kollabierte: Angst frass Fussball auf. Es folgte das 4:3 und schliesslich das 4:4 in der Nachspielzeit. Die Spieler waren konsterniert, die Kommentatoren und Moderatoren sprachlos, der Trainer schockstarr. Und dann erinnert man sich natürlich an die jüngsten Äusserungen eines gewissen Uli Hoeness, der verlautbarte, dass Miroslav Klose niemals mit Gerd Müller zu vergleichen sei, da dieser, Klose, 80 % seiner Tore gegen Liechtenstein und Co. erzielt habe, mithin also ganz überwiegend gegen kleine Gegner und nicht so viele gegen die grossen, wie beispielsweise England, Frankreich und Italien, wo die Luft bekanntlich dünner ist.

Gestern Abend war die Luft zunächst nicht dünn, sie wurde aber ab der 62. Minute immer dünner und man hätte den Eindruck gewinnen können, dass das weniger am Gegner als vielmehr an der deutschen Mannschaft selbst lag, die mit jedem Gegentor grosse Teile ihrer Sicherheit verlor, der zunehmendes Entsetzen die Glieder lähmte, die mit einem Schlag heillos überfordert war von einem bestenfalls mittelmässigen Gegner. Und da liegt dann die Vermutung nahe, dass Uli Hoeness wie immer Recht hat, mit seiner Behauptung, dass Spieler der deutschen Mannschaft Probleme bekommen, sobald sie gegen grosse Gegner auflaufen, nur dass diese Spieler nicht aus Rom kommen sondern grösstenteils aus München – wie ihr grösster Gegner übrigens auch.

 

 

Tags: Allgemein

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