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Ehrenwort!

Dezember 7th, 2011 · Keine Kommentare

Von Oliver Zajac

Jetzt kommt es aber ganz dicke für den Herrn Baron. Nicht nur, dass ihm der Schwarm Seite für Seite die Doktorarbeit zerpflückte, nein, jetzt nimmt man ihm auch noch das Interviewbuch auseinander, mit dem er sich doch eigentlich rehabilitieren, wieder empfehlen wollte für die grosse Politik, jetzt, da wir ihn, unsere Lichtgestalt, doch alle so dringend bräuchten, weil unsere kleine Welt am seidenen Faden hängt. Ganz viel heisse Luft enthalte dieses Werk, steht nun zu lesen, weshalb erste Buchhandlungen sich schon weigern würden, das Buch, von dem es übrigens heisst, die Erstauflage sei schon vergriffen, zum Verkauf anzubieten und man sich fragt, wie viel hochgeistige Werke neben wie vielen Regalmetern Reiseliteratur die aufrichtig um das Wohl der Kulturnation Deutschland bemühten Buchhandlungen denn ansonsten so im Angebot haben (und wie viele davon auch gekauft werden).

Also, ich für meinen Teil glaube dem Herrn zu Guttenberg. Ich glaube dem Herrn zu Gutenberg, dass er nicht betrogen hat oder betrügen wollte, als er die Doktorarbeit zusammen mit einer ehrenwörtlichen Erklärung zur Bewertung abgegeben hat. Ich glaube, dass der Herr zu Guttenberg nämlich davon ausgehen konnte, die Arbeit würde äusserst wohlwollend geprüft werden, so wie er schon äusserst wohlwollend zur Promotion zugelassen worden ist, obwohl seine Examensnote anscheinend und eigentlich zu schlecht war. Ich glaube, der Herr zu Guttenberg, der ja laut der Aussage seines Doktorvaters einer der besten Seminaristen und Doktoranden war, die dieser je hatte, wusste, dass er für diese, seine Doktorarbeit auch eine gute oder sehr gute Note erhalten würde, wenn er nur die zwei dafür notwendigen Formalien, also die ehrenwörtliche Erklärung und einen irgendwie sinnhaften und zusammenhängenden Text von mehreren hundert Seiten, der irgendwie einem juristischen Thema zuzuordnen ist, abgeben würde. Denn anders kann ich es mir nicht erklären, dass diese, seine Arbeit nach Ansicht von Experten weder formal noch inhaltlich der Note „summa cum laude“ gerecht wird.

Wenn also der Herr zu Guttenberg aus welchen Gründen auch immer davon ausgehen konnte, bei der von ihm zu vertretenen Doktorarbeit nebst Ehrenwort müsse es sich nur um eine Arbeit und ein Ehrenwort handeln, die lediglich so tuen, als seien sie eine Doktorarbeit und ein Ehrenwort, dann kann er auch unmöglich betrogen haben, denn genau das hat er ja auch abgegeben.

 

 

Tags: Allgemein

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